Essen: zwischen Genuss und schlechtem Gewissen

Balance is the key!

Ich kann mich noch gut erinnern, als ich nicht darüber nachgedacht habe, wie viele Kalorien meine Mahlzeiten haben würden oder wie die Makros wohl verteilt wären. Doch dann kam Fitness… Der zunehmende Fitnesstrend hat nicht nur positive Seiten – es geht schneller als man denkt und man befindet sich mitten in einer Essstörung. Das Wort Essstörung ist natürlich mittlerweile (so wie der Begriff „Depression“ – aber dazu ein anderes Mal) ein häufig und vor allem falsch genutzter Begriff. Ich will auch nicht behaupten, ich wäre essgestört (gewesen) – viel mehr möchte ich meine negative Erfahrung mit Kalorien tracken, Essen abwiegen, Mealprep, Foodtiming usw. mit euch teilen.

Entwicklung einer „Essstörung“

Anfänglich habe ich mich so sehr für Training und Ernährung interessiert, dass ich täglich Artikel und Bücher gelesen und Videos gesehen habe. Die Thematik war irrsinnig spannend und ich habe mir so innerhalb kürzester Zeit viel Wissen angeeignet. Das Herumexperimentieren, Ausprobieren von Diät-Formen, das Testen unterschiedlicher Apps, mit denen ich mein Essen tracken konnte und das Schreiben von Ernährungsplänen hat mir richtig Spaß gemacht. Kritisch betrachtet habe ich meine Entwicklung lange nicht. Nach über 2 Jahren wurde mir dann langsam bewusst, dass ich nicht mehr Essen konnte, ohne die Kalorien und Makronährstoffe vor mir zu sehen… „Cheatdays“ waren zu dieser Zeit sehr bewusst – ihr könnt euch nicht vorstellen, wie sehr diese Tage eskaliert sind… Aber auch dazu in einem anderen Beitrag.

Psychischer Druck

Knapp über 1,5 Jahre ist es her, dass mich Essen nur noch belastet hat und ich zwischen Hunger und Lust nicht mehr unterscheiden konnte. Ich hatte bis dahin auch einiges an ungewolltem Fett zugelegt, da ich meine Kalorienzufuhr einfach nicht länger reduzieren konnte. Auf jede „Crashdiät“ folgten regelrechte Fressorgien. Mir wird ganz schlecht wenn ich daran zurück denke. Ich habe zu dem Zeitpunkt auf jeden Fall beschlossen, nie wieder zu tracken. Über ein halbes Jahr hat es gedauert, bis ich mein Sättigungsgefühl zurück hatte und kein schlechtes Gewissen mehr bei „ungesundem“ Essen hatte. Ein weiteres halbes Jahr hat es gedauert, bis ich mir mein gestörtes Essverhalten abgewöhnt hatte.

Es geht mir gut

Heute geht es mir gut. Ich liebe Essen nach wie vor – aber ich genieße und schätze meine Mahlzeiten wieder viel mehr, esse nur wenn ich Hunger habe, gehe nicht zwanghaft ins Training wenn ich übermäßig viel gegessen habe, verbiete mir keine Lebensmittel, ich plane meine Mahlzeiten nicht voraus und ich bekomme kein schlechtes Gewissen wenn ich einfach das esse, wonach mir ist.

Erzähle mir von deinen Erfahrungen!

2 Kommentare zu „Essen: zwischen Genuss und schlechtem Gewissen

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  1. Cooler Blog..endlich mal jemand der die Wahrheit spricht. Ich kenn das nur zu gut. Gewicht runter und training, training, training. Zumindest bei mir. Kalorien gezählt, Macros, tracken…es nervt schon wenn ich daran denke. Ich glaube es geht Frauen und Männern gleich. Es geht nicht mehr um einen selbst, es geht darum der Welt zu gefallen. Dass man einen Lebensstil “
    führt“der ach so leiwand ist und man dazu noch gut aussieht…es ist toll Komplimente zu bekommen, aber sich selber sachen zu verwehren weil „oh mein Gott, Zucker! Jessas, glutamat!!“..das mach ich nicht mehr..warum auch. Bin auch so Happy und auf die Bühne muss ich auch nicht. In diesem Sinne geniesst mal ein bisschen, es ist ok.

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