Von 57 zu 75 Kilo und wieder retour?

Schönheitsideale haben mich nie interessiert.

Warum sollte ich mir von der Gesellschaft sagen lassen, was schön ist? Ich habe schon einige Veränderungen durchgemacht, weil ich mich weiterentwickelt habe, gelangweilt vom Leben und meinem optischen Erscheinungsbild war, weil ich schauen wollte, wie ich mich verwandeln konnte und was alles möglich war.

Ich gehörte immer zu den Schlanksten.

In meiner Kindheit und meiner Jugend war ich immer sehr schlank, ich selbst habe das damals nicht so wahr genommen, denn ich habe mich, um ehrlich zu sein, nicht sonderlich für meinen Körper interessiert. Ich war einfach zufrieden. Ich habe mich nicht abgewogen oder im Spiegel meinen Körper bekrittelt. Sportlich war ich schon immer, aber auch Essen liebte ich – von Salat, Obst und Gemüse über Pizza, Schnitzel (nur von Oma versteht sich) und sonstige Delikatessen war alles dabei. Auch die „Meine Brüste sind viel zu klein“ – Phase hatte ich nie wirklich. Mit Fitness habe ich nur begonnen weil ich mehr Sport machen wollte, da mir Joggen und Schulsport zu wenig waren.

Wie ich zu Krafttraining kam?

Auf diese Frage habe ich keine wirkliche Antwort. Es war Zufall, dass ich Spaß am Krafttraining und am Muskelaufbau gefunden habe. Ich hatte es wirklich nicht geplant, mich zu verändern, es hat sich einfach so ergeben und Krafttraining wurde schnell zu meiner Droge. Ich habe Gefallen an Muskeln gefunden und je stärker ich wurde, desto mehr habe ich das Training geliebt. Die Tatsache, dass ich damals eine der wenigen Frauen war, die Krafttraining machte, hat mir diesen Sport besonders schmackhaft gemacht. Und obwohl ich optisch total anders ausgesehen habe als zuvor, fand ich mich schön und war zufrieden. Die Meinung von anderen interessierte mich nach wie vor nicht, ich trainierte immerhin für mich selbst, und nicht dafür, anderen zu gefallen. Diese „Phase“ dauerte fast vier Jahre und mit dem Aufbau von Muskulatur kam auch einiges an Fett dazu. Lange hat mich das gar nicht gestört, aber dann kam der Punkt, wo ich keine Lust mehr hatte, so „breit“ und „massiv“ auszusehen und mein Wohlbefinden auch abnahm.

Ich will nicht mehr!

Ich wollte mich wieder leicht fühlen, hatte keine Lust mehr, jeden Tag ins Fitnesscenter zu fahren und verspürte auch keinen Drang mehr, mich dort komplett auszupowern. Was der Auslöser war? Ein paar Monate zuvor begann ich mich viel mit Persönlichkeitsentwicklung und Verhaltensanalyse zu beschäftigen, ich suchte neue Wege, um meine Emotionen zu verarbeiten. Das führte mich übrigens unter anderem zur Meditation, aber dazu gerne ein anderes Mal. Training war für mich also auch sehr stark ein Ventil, um Druck, Wut und Aggressionen auszulassen. Jetzt wiege ich knapp 68 Kilo und finde eigentlich keinen Gefallen mehr an viel Muskulatur. Ob ich noch mehr abnehmen werde? Ich denke ja, aber wenn nicht, dann eben nicht.

4 Gedanken zu “Von 57 zu 75 Kilo und wieder retour?

  1. sportoderschokolade sagt:

    Eine gelassene Einstellung zu dem eigenen Körper finde ich so wichtig. Leider ist das nicht immer so einfach. Überall wird einem ja suggeriert, nur schlank zu sein und eine gesunde Ernährung ist erstrebenswert. Ich finde es gut, dass du dich jetzt mit Persönlichkeitsentwicklung beschäftigst. So lernt man jede Menge über sich selbst kennen 🙂
    Liebe Grüße!

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  2. Paula sagt:

    Ich finde, dass solche Entwicklungen weit aus mehr Wert sind, als so gut wies geht einem vermeintlichen „Schönheitsbild“ nachzukommen.
    Seit einger Zeit versuche ich auch herauszufinden, was ich wirklich will und brauche. Meditation wirkt wahre Wunder und es wäre toll, wenn du darüber erzählen würdest.

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    1. Lisa Michaela sagt:

      Hallo Paula, seit deinem Kommentar ist ja schon ein wenig Zeit vergangen, ich hoffe, du kommst deinem Ziel schon näher? Ich werde gerne mehr auf Meditation eingehen – habe ich in letzter Zeit selbst vernachlässigt, aber werde ich auf jeden Fall wieder aufnehmen in meinen Tagesroutine 🙂
      Viele liebe Grüße

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